Sonntag, 12. Dezember 2010

soft2pay.com: Freeware-Abzocke als Handy-Abofalle

Während es bei den Freeware-Abzockern, wie z.B. der Antassia GmbH (Top-of-Software.de) und der Content4u GmbH (Download-Service.de) die Regel ist, dass sie ihre unberechtigen Forderungen von den Verbrauchern durch massiven Druck per Rechnungen und Mahnungen beizutreiben, war es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis der erste Freeware-Abzocker beginnt, den bequemen Weg der Inkassierung per Handyrechnung zu gehen.
Schliesslich besteht, u.a. auf Grund immer größerer Aufklärung der Verbraucher, das Problem der Abzocker darin, dass sich nach Schätzungen nur bis zu 30% der Angeschriebenen einschüchtern lassen und zahlen. Ebenso wurden die Bankkonten der Abzocker nach Verbraucherbeschwerden i.d.R. zeitnah durch das jeweilige Geldinstitut gekündigt.

Dank unzureichender Rechtslage und willigen, mitverdienenden Mobilfunkanbietern, braucht man jedoch nicht viel mehr, als an die Handynummer des angeblichen Kunden zu kommen und dann die Kosten per Handyrechnung durch den jeweiligen Mobilfunkprovider einzutreiben.
So macht es auch die "Internet Dienstleistungen GmbH" aus München, laut AGB Betreiberin der Seite soft2pay.com, welche seit Kurzem durch die übliche "Sie brauchen ein Update"-Masche auf dem Videohoster Duckload.com beworben wird.

soft2pay.com ähnelt den üblichen Freeware-Abzockportalen sehr, nur dass eben nicht die Anschrift, sondern eine Eingabe der Handyummer verlangt wird, über welche dann 4,99 Euro pro Woche eingezogen werden, wie sich aus der leicht überlesbar angebrachten Preisangabe in zwei Textblöcken in Form von Fließtexten ergibt:

Für die Abzocker ist die wöchentliche Abrechnung bei diesem "Geschäftsmodell" deshalb wichtig, da man somit i.d.R. mehrmals Geld einkassieren kann, bevor der Nutzer überhaupt auf seiner monatlichen Mobilfunkrechnung feststellt, dass er angeblich ein Abo abgeschlossen haben soll.

Wie bei anderen Freeware-Abzockern, wird auch hier wieder mit der Masche mit den verschiedenartig gestalteten Anmeldeseiten gearbeitet, so dass der reingefallene Verbraucher denkt, er habe eine nicht grade transparente, aber deutlichere Preisangabe, übersehen.
Ruft der Nutzer die Seite manuell auf, bekommt er nämlich folgende Anmeldeseite mit einer weiteren Preisangabe zu sehen:


Die Seite soft2pay.com scheint desweiteren alles andere als koscher.
Ob die in den AGB genannte Firma "Internet Dienstleistungen GmbH" stimmt, darf hinterfragt werden.
Auf der Seite scheint kein gültiges Impressum zu finden zu sein, unter "Kontakt" ist lediglich eine Mailadresse hinterlegt.
Allerdings scheinen mal wieder "alte Bekannte" hinter dieser Abzocke zu stecken, wenn man sich die Registrierungsdaten der Domain soft2pay.com anguckt, welche auf die Serverhostr GmbH des Hasan-Burak Erol aus Delmenhorst registriert ist.
Hasan-Burak Erol ist in der Vergangenheit immer wieder als Teil des Umfeldes von Abofallen wie ABCload.de, software-archiv.com und dem Videohoster Duckload.com aufgefallen.


Auch alte Google-Einträge im Cache bringen Interessantes ans Tageslicht.
So scheint diese "Firma" nicht nur auch im Ausland die Verbraucher abzuzocken, wie fremdsprachige Seiten vermuten lassen; ebenso scheint man in der Vergangenheit schon mit gefälschten Firmenangaben gearbeitet zu haben:

Eine "Mickey Mouse Ave" in San Jose/Kalifornien, welche hier die "Firma" als Firmensitz angibt, scheint es auf jeden Fall nicht zu geben.

Wer auf die Seite soft2pay.com gerät, sollte diese möglichst schnell wieder verlassen.
Verbraucher, die auf diese Masche bereits reingefallen sind, sollten möglichst schnell den angeblichen Vertrag widerrufen, zur Not kündigen.
Leider kann man hier nicht den pauschalen Tipp geben, einfach nicht zu zahlen, denn die Vergangenheit zeigte vielfach, dass kundenfeindliche Mobilfunkanbieter, wie z.B. Alice, Vodafon oder Eplus, mehr dran liegt, Abzockforderungen einzufordern, die sie von irgendwelchen Briefkastenfirmen aufgekauft haben oder diese gewinnbringend für diese eintreiben, als den Kunden sein Recht zu gewähren.
Im Zweifel kann man sich als geprellter Verbraucher bei der Verbraucherzentrale oder einen Anwalt Rat holen, über den man dann auch(zur Not gerichtlich) gegen diese Forderung vorgehen kann.

WDR Markt über das Zusammenspiel von Handy-Abzockern und Mobilfunkprovidern

Wie hier auf Abzocknews aufgeführt ist, wird auch im Beitrag von WDR Markt deutlich, wie eng offensichtlich das Zusammenspiel zwischen Handy-Abzockern und den großen Mobilfunkanbietern ist.
So ist es wenig verwunderlich, dass man keinen Kunden ungezahlt davon kommen lassen möchte und sei die Forderung noch so unberechtigt; schliesslich treibt man dieses oftmals nicht nur für die jeweilige Abzock-Briefkastenfirmen ein, sondern hat diese Art Forderungen gar von diesen aufgekauft, wie aus einem Vertrag, der WDR Markt vorliegt, hervorgeht.
Kunden, die diesen Posten auf der Rechnung, für ein niemals abgeschlossenen Abo, oder ein (unwirksames) Abo mit versteckten Kosten, zurecht nicht zahlen wollen, droht die Sperrung des Mobilfunkanschlusses.
Der Provider Alice ging gar so weit, auch gleich das Internet und den Festnetzanschluss zu sperren, um den Kunden bzgl. der Zahlung der unberechtigten Forderungen, nahezu zu erpressen.

Ohne es zu wissen, schließen Handy- und Internetnutzer häufig Abos ab. In der Telefonrechnung stehen dann Posten wie „Mehrwertdienste“. Die großen Telefonanbieter kassieren bei dem Geschäft kräftig mit.


Handyfalle: Teure Abos


Dieser Beitrag auf der Homepage des WDR:
Handyfalle: Teure Abos

ZDF-Sendung Frontal21 berichtet über den Betrug mit vermeintlichen Gewinnspielen

Bei mehreren deutschen Staatsanwaltschaften laufen inzwischen Ermittlungen gegen zahlreiche Telefonabzocker, die ein europaweites Geflecht von Betrugsfirmen betreiben. Die Staatsanwaltschaft Mannheim zum Beispiel durchsuchte im Oktober 33 Firmen und Privatwohnungen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweiz und Spanien. Mehrere Mitglieder der sogenannten Gewinnspiel-Mafia wurden festgenommen und kamen in Untersuchungshaft.





Beitrag in der ZDF-Mediathek

Im Beitrag zu sehen ist übrigens Claus Frickemeier von inside-megadownloads.blogspot.com, bzw. inside-megadownloads.net.

Freitag, 12. November 2010

Akte2010 über über Abofallen und die Naivität der Staatsanwaltschaft

Die Sat1-Sendung Akte2010 berichtete über die Abofallen des sog. Frankfurter Kreisels und das eigenartige Vorgehen der Staatsanwaltschaft, welche letztes Jahr noch dieses Geschäftsgebahren als "gewerbsmässigen Betrug" beurteilte.
Statt diese Abzocke von Fabriken.de, bzw. Rezept-Ideen.de nach erfolgten Kontosperrungen zur Anklage zu bringen, ging man offenbar den Weg der Arbeitsminimierung, indem man den von den Abzockern gemachten Vergleichsvorschlag bewilligte.
So bekamen lediglich die Geschädigten, welche Strafanzeige erstatteten das gezahlte Geld zurück und es musste eine fünfstellige Summe an eine gemeinnützige Einrichtung gezahlt werden.
So wurden Steuergelder und behördliche Kapazitäten für fruchtlose Ermittlungen verschwendet und die Abzocker in ihrem Handeln bestärkt, denn letzteren bleiben damit immer noch über 900.000 Euro, welche Opfer überwiesen. Diese wären laut Staatsanwaltschaft angeblich für Anwaltskosten, "Suchmachinenplazierungen" und weitere Aufwendungen verbraucht worden.
Diese Feststellung ist natürlich besonders naiv, wenn man beobachtet, wie oftmals grade Anwälte, deren Dienste hier die Kosten verursacht haben sollen, als Drahtzieher hinter solchen Abzockmethoden stecken, bzw. zumindest maßgeblich dran beteiligt sind und wie solche Firmen Gelder hin und her schieben, um (angebliche) Kosten ausweisen zu können.

Schnäppchensuche im Internet: Beliebt quer durch alle Gesellschaftsschichten – es gibt Hunderte Seiten, die Menschen ganz kostenlos helfen, viel Geld zu sparen. Aber genau mit diesem Köder locken Abzocker Zehntausende in ihre (Abo-) Falle. „Outlets.de“ folgt dem Muster bekannter Vorbilder: Im Kleingedruckten auf der rechten Seite versteckt - der Preis für ein 2-Jahresabo: 96 Euro soll auch Daniela E., 30, bezahlen. Ihr Widerspruch wird nicht zur Kenntnis genommen, stattdessen erhält sie Mahnschreiben mit Androhung eines Schufa-Eintrages.

„Outlets.de“ ist der Nachfolger von „Fabriken.de“, AKTE berichtete über die Seite bereits im Frühjahr 2009. Damals ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsführer, hatte eine Million Euro sichergestellt. Was ist mit dem Geld passiert? Warum kann derselbe Geschäftsführer weitermachen, als sei nichts geschehen?

Sonntag, 31. Oktober 2010

Software-Archiv.com - Neue Abzocke aus Wien aus altbekannten Kreisen?

Mit der Freeware-Abofalle software-archiv.com geht jetzt auch die Internox Ltd. aus Wien auf Opferfang.
Als Geschäftsführer ist ein Kevin Skof angegeben. Hier scheint sich wieder der Kreis zu schliessen, denn sucht man bei Google nach Kevin Skof, soll ein gleichnamiger Herr aus Wien laut diverser Einträge Mitglied der kürzlich aufgeflogenden Hackergruppe L33t-Crew/133t-Crew gewesen und dort unter dem Szene-Namen Backlight aktiv gewesen sein. [1] [2]

Bereits in der Vergangenheit wurde begründet vermutet, dass diese Hackergruppe anderen Wiener Internet-Abzockern ihre kriminellen Dienste gegen Entgelt zur Verfügung gestellt haben soll, z.B. um Nachrichtenportale wie z.B. Gomopa u.a., welche kritsch über die Machenschaften gewisser Wiener Personen berichteten, mit gezielten DDos-Attacken über lange Zeit lahmzulegen.
Schon bei anderen Abzockseiten, wie z.B. ABC-Load.de der Premium Software GmbH, bestehen laut Recherchen von antiabzocknet.blogspot.com Verflechtungen zu Mitgliedern der 133t-Crew.
Ob Kevin Skof alleine auf die Idee kam, eine Abofalle zu erschaffen, oder ob er lediglich von den alteingessenenen Wiener Abzockern als Strohmann benutzt wird, ist noch unklar.

Zu der eigentlichen Seite www.software-archiv.com gibt es desweiteren nicht mehr viel zu sagen, da es mal wieder das gleiche "Geschäftmodell" vieler anderer Abofallen ist:
Der Nutzer soll sich anmelden, angeboten werden Links zu (eigentlich kostenloser) Freeware und die Kostenklausel (2x96 Euro = 192 Euro) ist gut und leicht überlesbar am rechten Rand
versteckt.
Einige Zeit nach der Anmeldung kommen dann die ersten Rechnungen und Mahnungen, welchen bei (berechtigter) Nichtzahlung Inkasso-Schreiben folgen, in der Hoffungen, dass aus Angst oder Unwissenheit gezahlt wird.
Eine weitere Arglistigkeit, die immer wieder von Abzockern gebraucht wird, ist die unterschiedliche Seitengestaltung, wie man sie auch bei software-archiv.com vorfindet:
Kommt der Nutzer über Ads, wird er durch Lockvogelseiten wie officesoftware-download.info auf das Abzockportal geleitet und bekommt folgende Seite mit einer unscheinbaren Kostenklausel in kleiner Normalschrift zu Gesicht:

Sucht der überraschte Nutzer nach dem Erhalt einer Rechnung dann durch die manuelle Eingabe von www.software-archiv.com in die Browserleiste das Abzockportal erneut auf, erscheint ihm plötzlich eine fettgedruckte Preisangabe mit dem deutlicheren Hinweis von "Eur 8 € / Monat":

Verbrauchern, die auf software-archiv.com der Internox Ltd. reinfielen, ist auch hier ausdrücklich zu raten, auf keinen Fall zu zahlen und bei Unsicherheiten rechtlichen Rat, z.B. bei der Verbraucherzentrale, einzuholen.

SWR-Marktcheck: Angstmache der Deutschen Zentral Inkasso GmbH

SWR berichtet in der Sendung Marktcheck über die Machenschaften der Deutschen Zentral Inkasso GmbH. Dass solche dubiosen Geldeintreiber kaum juristische Schritte fürchten müssen, ging bereits jüngst aus einem Bericht des rbb hervor.
Auch am Beispiel der Deutschen Zentral Inkasso GmbH wird deutlich, wie es laufen wird.
Die Inkassozulassung sollte nach schon 4 Monaten nach unzähligen Verbraucherbeschwerden entzogen werden, doch dagegen legte man Widerspruch ein. Bis die Gerichte endlich den Fall entschieden haben, macht diese Firma mit dem Eintreiben der unberechtigten Forderungen weiter.
Wenn dann irgendwann die Inkassolizenz endgültig entzogen wurde, gründet man einfach das nächste Inkassounternehmen mit dem man die Verbraucher unter Druck setzt, damit ein gewisser Anteil der Angeschriebenen diese unberechtigten Forderungen aus Angst oder Unwissenheit zahlt.

Aktuell rollt eine wahre Inkasso-Schreiben-Welle durch das Land. Die Deutsche Zentral Inkasso verschickt Rechnungen im Auftrag zwielichtiger Abofallen-Betreiber. Die Verbraucher sind überfordert. ...

Es fängt ganz harmlos an. Zum Beispiel mit der Suche nach einem Gedicht im Internet. Auf der Seite soll man sich registrieren - vorher bekommt man keine Zeile zu Gesicht. Schon schnappt die Falle zu. Wer sich registriert, hat einen Vertrag mit dem Anbieter der Seite geschlossen. So argumentiert der Betreiber und verschickt eine Rechnung.

Viele der Opfer bekommen Post von der Deutschen Zentral Inkasso. Das klingt seriös und schüchtert ein. Manch einer hat so viel Angst, dass er einfach zahlt. Genau darauf spekulieren die Firmen. Ihre Masche ist raffiniert, schließlich droht die Firma mit Gerichtsurteilen, die ihr Vorgehen angeblich rechtlich untermauern.

Das Kammergericht in Berlin hat der Deutschen Zentral Inkasso ursprünglich die Lizenz erteilt. Doch schon vier Monate später wird sie entzogen. Das wollte sich die Firma nicht gefallen lassen. Sie hat geklagt. Jetzt müssen die Gerichte entscheiden. Solange ein Urteil aussteht, darf die Firma weiter Inkasso-Schreiben verschicken.

Wer ein solches Schreiben erhalten hat, sollte sich nicht einschüchtern lassen, raten die Verbraucherzentralen. Die meisten Richter urteilen im Sinne des Opfers. Wer nicht zahlt, hat bessere Karten. Nur so rentiert sich die Abzock-Masche für die Betreiber nicht mehr.

Quelle


Sat1-Akte2010: Rentner in der Kaffeefahrten-Falle

Kaffeefahrtsüchtig: Wohnung zugemüllt mit wertlosem Plunder!

Die Kaffeefahrten-Mafia verdient viele Millionen Euro pro Jahr mit ahnungslosen Rentnern. Die Verkaufsmaschen der Abzocker sind vielfältig: Einige versuchen, Vertrauen der Teilnehmer zu gewinnen, andere arbeiten mit Einschüchterung. Doch alle wollen nur eins – das Geld ihrer älteren „Kundschaft“! Und die Angehörigen haben dann später den Ärger, wenn Omas Konto leegeräumt wurde! AKTE spricht mit exklusiven Insidern und Opfern von Kaffeefahrten.
Quelle